Bedeutung weltweit und in Österreich

Rund eine Milliarde Menschen weltweit sind Mitglieder einer Genossenschaft. Das entspricht in etwa rund 12 Prozent der Weltbevölkerung. Da meistens ein Haushalt durch ein Haushaltsmitglied in einer Genossenschaft vertreten ist, erreichen Förderleistungen von Genossenschaften etwa die Hälfte der Weltbevölkerung.

Mit mehr als 140 Millionen Mitgliedern haben Genossenschaften einen maßgeblichen Anteil am Sozialprodukt der EU. In Asien besitzen die Genossenschaften eine noch wichtigere Rolle in der Gesamtwirtschaft.

Die modernen Genossenschaftsformen in Europa gehen unter anderem auf die „Rochdaler Pioniere“ oder auch besonders auf die Initiative von Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch zurück. Nach den Prinzipien von Raiffeisen arbeiten heute mehr als 900.000 Genossenschaften mit über 500 Millionen Mitgliedern in mehr als hundert Ländern.

Die nationalen Genossenschaftsorganisationen haben sich in der Internationalen Raiffeisen-Union (IRU) zusammengeschlossen, die ihren Sitz in Bonn hat. Die IRU wurde anlässlich des 150. Geburtstages von Friedrich Wilhelm Raiffeisen 1968 gegründet und hat heute in 33 Ländern 53 Mitglieder – darunter Organisationen in Ländern der Dritten Welt sowie aus Schwellen- und Industrieländern.

Auch Österreich ist in diesen Dachverband eingebunden. Der Generalanwalt des Österreichichen Raiffeisenverbandes, Walter Rothensteiner, ist gegenwärtig Präsidiumsmitglied der IRU.

In Österreich gibt es rund 1.400 autonome Raiffeisen-Genossenschaften (etwa 400 Raiffeisenbanken, 4 genossenschaftlich organisierte Raiffeisenlandesbanken, 90 Lagerhaus-Genossenschaften, 90 Molkereien und sonste Milchverwertungsunterhmenen sowie rund 850 andere Genossenschaften) mit insgesamt mehr als zwei Millionen Mitgliedern. Darüber hinaus gibt es acht Volksbanken (500.000 Mitglieder), 79 gewerbliche Genossenschaften (ca. 16.000 Mitglieder) und knapp hundert Baugenossenschaften (535.000 Mitglieder).